Die richtige Frage ist nicht, ob ein Spiel für Kinder gemacht ist, sondern was es tut, während ein Kind es spielt. Viele als Kinderspiele beworbene Apps zeigen Erwachsenenwerbung, öffnen einen Chat mit Fremden oder drängen alle paar Level zum Kauf. Die gute Nachricht: Zehn Minuten selbst spielen, bevor man das Gerät weitergibt, klärt fast alles. Hier ist, worauf man achten sollte.
Der Zehn-Minuten-Test
- Spielen, als wärst du das Kind: Öffne das Spiel, tippe überall, scheitere absichtlich, versuche ein Level abzubrechen. So siehst du sofort, ob eine Vollbildwerbung erscheint, ob der Schließen-Button winzig ist und ob das erzwungene Video dreißig Sekunden läuft.
- Werbung zählen: Erscheint nach jeder Runde Werbung, wird ein Kind irgendwann versehentlich draufklicken. Auch den Inhalt prüfen: Ein Kinderspiel, das für Glücksspiel oder Gewalttitel wirbt, ist ein klares Zeichen für ein ungefiltertes Werbenetzwerk.
- Den Kaufbutton aufspüren: Prüfen, ob es einen Shop gibt, ob ein Passwort verlangt wird und ob Münzen in echtes Geld umgewandelt werden können. Ein Spiel, in dem Münzen nur durch Spielen verdient werden, unterscheidet sich stark von einem, in dem Münzen gekauft werden.
- Flugmodus ausprobieren: Internet ausschalten und das Spiel öffnen. Funktioniert es weiter, hängt es wahrscheinlich nicht von einem Server oder von Werbung ab, meist ein gutes Zeichen.
Chat, Kontakt und Daten
- Können Spieler miteinander sprechen? Falls ja, prüfen, ob es freies Tippen oder nur vorgegebene Sätze sind. Offener Chat mit Fremden in einem Kinderspiel ist der heikelste Punkt überhaupt und es lohnt sich, ihn zu deaktivieren, wann immer das Spiel es erlaubt.
- Verlangt es ein Konto? Ein Spiel, das vollen Namen, E-Mail, Geburtsdatum oder ein Foto verlangt, bevor es losgeht, sammelt weit mehr, als ein Level auf einer Plattform braucht.
- Welche Berechtigungen verlangt es? Ein Renn- und Sprungspiel braucht keine Kontakte, kein Mikrofon, keine Kamera und keinen Standort. Verweigert sie und schaut, ob es trotzdem funktioniert. Wenn nicht, ist das Spiel das Problem, nicht die Berechtigung.
- Gibt es Links nach außen? Social-Media- und Teilen-Buttons ziehen ein Kind aus dem Spiel heraus, an einen Ort ganz ohne Kontrolle.
Abmachungen, die mehr wert sind als jeder Filter
- Neue Spiele starten gemeinsam: Die erste Runde immer mit einem Erwachsenen dabei. Das schlägt jede Altersfreigabe.
- Die Sag-es-mir-Regel: Vereinbart, dass dein Kind dich anruft, wenn etwas Seltsames oder Beängstigendes erscheint oder jemand nach Informationen fragt, und niemand deswegen ausgeschimpft wird. Ein Kind, das eine Standpauke fürchtet, verheimlicht das Problem.
- Gerät in einem gemeinsamen Raum: Das Wohnzimmer statt eines geschlossenen Kinderzimmers senkt einen guten Teil des Risikos, ganz ohne Kontroll-App.
- Nach Updates erneut prüfen: Ein sauberes Spiel kann in einer neuen Version Werbung und einen Shop dazugewinnen. Wiederholt den Zehn-Minuten-Test von Zeit zu Zeit.
Genau diesen Standard hatten wir für Pigúiças Spiel im Sinn, von der blauäugigen Husky-Hündin von Dogavios: Es öffnet sich im Browser, ohne Installation, ohne Anmeldung, ohne Chat und ohne aggressive Werbung, nur Rennen, Springen und Sternesammeln im Zaubergarten.




