Ausmalen gilt als «etwas, um das Kind zu beschäftigen». Das ist ungerecht. Während die Hand eine Fläche füllt, passiert vieles gleichzeitig, und nichts davon ist klein.
Die schreibende Hand fängt hier an
Einen Stift halten und den Druck dosieren, das sind genau die Muskeln und der Griff, den das Kind zum Schreiben braucht. In den Linien bleiben zwingt Auge und Hand zur Zusammenarbeit, dieselbe Fähigkeit wie einen Buchstaben zwischen die Linien zu setzen, geübt ohne den Druck von «Hausaufgaben».
Aufmerksamkeit, die anhält
Ein Blatt muss begonnen und beendet werden. In einer Zeit, in der fast alles kurz und schnell geschnitten ist, sind zehn oder fünfzehn Minuten an derselben Aufgabe ein seltenes Training. Und es ist die Aufmerksamkeit, die das Kind selbst hält.
Ein Weg herunterzukommen
Die wiederholte Füllbewegung wirkt beruhigend, ähnlich wie Knete kneten. Viele Familien merken, dass das Ausmalblatt nach der Schule oder vor dem Abendessen gut funktioniert, genau dann, wenn das Kind zu aufgedreht zum Reden heimkommt.
Kleine Entscheidungen, große Selbstständigkeit
Welche Farbe hat der Himmel heute? Was, wenn der Hund lila ist? Das Blatt ist ein sicherer Ort zum Entscheiden ohne Folgen.
Wie man es nicht verdirbt
- Farben nicht korrigieren. Blaues Gras ist kein Fehler, sondern eine Entscheidung.
- Nicht fertig malen. Das unfertige Blatt gehört dem Kind.
- Den Prozess loben, nicht das Ergebnis. «Du bist lange drangeblieben» schlägt «das ist schön».
- Material erreichbar lassen. Wer erst um Hilfe bitten muss, verliert die Lust.
Womit anfangen
Sie müssen nichts kaufen: Sie können 239 Bilder kostenlos herunterladen und drucken. Und weil es Figuren aus einer echten Geschichte sind, wird Ausmalen auch zum Wiedersehen mit dem Gelesenen.





