Gäbe es ein Spielzeug, das Sprache, Gedächtnis, Koordination und Gefühle gleichzeitig trainiert, wäre es teuer, oder? Nun, es existiert, es ist kostenlos und es passt in jede Routine: Musik. Wenige Erfahrungen bringen so viele Areale des Kindergehirns auf einmal zum Leuchten wie Singen und Hören.
Was Musik trainiert (ohne nach Training auszusehen)
- Sprache: ein Lied ist eine Wortschatzfabrik. Die Melodie hält die Aufmerksamkeit und der Reim klebt die Wörter ins Gedächtnis.
- Arbeitsgedächtnis: sich die nächste Strophe zu merken ist reine Gedächtnisgymnastik, dieselbe, die die Schule verlangen wird.
- Versteckte Mathematik: Rhythmus ist Zählen: stark-schwach-schwach, 1-2-3. Im Takt zu klatschen ist die erste Lektion über Muster.
- Gefühle mit Namen: ein trauriges und ein fröhliches Lied lehren das Kind, Gefühle zu unterscheiden, bevor es sie erklären kann.
- Koordination: tanzen, klatschen und den Takt halten trainiert den ganzen Körper, ohne nach Training auszusehen.
Wie man das zu Hause nutzt
- Singen Sie, auch wenn Sie schlecht singen. Das Kind interessiert sich nicht für Stimmqualität, sondern für Ihre Stimme.
- Verbinden Sie Lieder mit Momenten: eines zum Aufstehen, eines zum Aufräumen, eines für die Schlafenszeit.
- Lassen Sie das Kind die Musik wählen. Wählen gehört zum Lernen.
- Nutzen Sie Haushaltsgegenstände als Instrumente. Ein Topf und ein Holzlöffel genügen.
Wo man anfängt
Jede gute Musik wirkt, aber Musik mit einer Geschichte wirkt besser, weil das Kind länger dabei bleibt. Die Dogavios-Lieder sind aus dem Buch entstanden, und genau deshalb verlangt ein Kind sie immer wieder.



