Um einem Kind beizubringen, zu warten, bis es dran ist, fängst du mit ganz kurzen Wartezeiten an, sagst vorher, was passieren wird, und lobst jeden kleinen Erfolg. Warten ist eine Fähigkeit, kein Trotz: Sie wächst mit Übung, und zwischen 3 und 8 Jahren lernt das Gehirn noch, einen Impuls im Moment zu bremsen.
In diesem Ratgeber findest du, warum Warten in diesem Alter so schwer ist, eine Anleitung mit 7 Schritten und eine spielerische Herausforderung zum stressfreien Üben.
Warum Warten für Kinder so schwer ist
Für Erwachsene sind zwei Minuten in der Schlange nichts. Für ein vierjähriges Kind können zwei Minuten wie ein ganzer Nachmittag wirken. Es kann Impulse noch nicht gut steuern und lebt sehr im Jetzt.
Deshalb hilft es selten, „Warte!“ zu rufen. Was hilft, ist die Wartezeit in etwas zu verwandeln, das das Kind sehen, hören oder tun kann, während die Zeit vergeht.
Die Anleitung: Warten lernen in 7 Schritten
Geh diese 7 Schritte der Reihe nach durch und mach erst weiter, wenn der vorherige leichtfällt. Das kann Wochen dauern, und das ist in Ordnung.
- Gib dem Geschehen einen Namen. Sag ruhig: „Jetzt ist Papa dran, danach bist du dran.“ Kinder verstehen eine Regel besser, wenn sie einen Namen hat.
- Fang mit 10 Sekunden an. Zählt gemeinsam bis zehn, bevor du das Spielzeug oder den Snack gibst. Ein kurzer Erfolg ist mehr wert als ein langes Scheitern.
- Gib dem Kind etwas zu tun, während es wartet. Ein kurzes Lied singen, tief atmen wie beim Auspusten einer Kerze oder Dinge im Zimmer suchen beschäftigt Kopf und Hände.
- Nimm eine Sichthilfe. Eine Sanduhr, ein bunter Timer oder eine Reihe von Gegenständen zeigt, dass das Warten ein Ende hat. Die Zeit wird sichtbar.
- Lobe das Verhalten, nicht nur das Ergebnis. Sag: „Du hast ganz toll gewartet, ich habe gesehen, dass du tief durchgeatmet hast.“ So wiederholt das Kind, was gut war.
- Verlängere die Wartezeit langsam. Von 10 Sekunden auf 30, dann eine Minute, dann ein ganzes Lied. Kleine Stufen verhindern Frust.
- Geh mit gutem Beispiel voran. Warte selbst, bis du dran bist, und sag es laut: „Die Schlange ist heute lang, aber ich warte.“ Kinder machen nach, was sie sehen.
Spielerische Herausforderung: das Lied vom Drankommen
Spielen ist der leichteste Weg zum Üben. Such ein kurzes Kinderlied aus und frag: „Schaffst du es, zu warten, bis das Lied zu Ende ist?“ Während es läuft, bleibt das Kind ruhig mit dem Spielzeug in der Hand und wartet auf das Zeichen.
Wenn das Lied endet, kommt die Belohnung: Das Kind ist dran, mit Applaus und einer Umarmung. Danach tauscht die Rollen und lass das Kind beurteilen, wie gut die Erwachsenen warten. Über das Warten zu lachen, hilft enorm.
Eine weitere ruhige Idee ist, sich bei einer gemütlichen Beschäftigung abzuwechseln, mit einem Erwachsenen in der Nähe, zum Beispiel beim kostenlosen Pigúiça-Spiel, das sich im Browser öffnet, ohne Anmeldung und ohne Werbung. Es ist kein Spiel mit Spielzügen, sondern nur ein sanfter Zeitvertreib: Eines schaut zu, während das andere spielt, dann wird getauscht. So übt das Kind, einem anderen beim Spielen zuzusehen, ohne die Steuerung an sich zu reißen.
Zum Einschlafen bringt auch die Geschichte wer Pigúiça ist, die kleine Husky-Welpin mit den blauen Augen, Geduld bei: Sie lernt, dass die schönsten Dinge im Zaubergarten zu denen kommen, die den richtigen Moment abwarten können.
