Jede Familie fiebert dem ersten Wort entgegen. Doch lange bevor "Mama" kommt, ist schon viel passiert: Ihr Baby hat Tausende Laute gehört, herausgefunden, dass Stimmen Absichten tragen, und entdeckt, dass Zeigen die Welt in Bewegung setzt. Sprechen ist nur die sichtbare Spitze eines viel längeren Prozesses. Unsere Aufgabe ist es, diesen Prozess zu füttern, nicht ihn zu beschleunigen.
Was üblicherweise wann passiert
- Um den 6. Monat: Lallen mit wiederholten Silben (ba-ba, da-da). Noch kein Wort, aber der Motor läuft bereits.
- Zwischen 10 und 14 Monaten: das erste bedeutungstragende Wort. Meist etwas oder jemand, der im Alltag zentral ist.
- Bis zum 18. Monat: 10 bis 50 Wörter sind eine übliche Spanne, und die Unterschiede zwischen Babys sind enorm.
- Um den 2. Geburtstag: Zwei-Wort-Kombinationen beginnen, "Wasser haben", "wo Papa". Dieser Sprung zählt mehr als die genaue Wortzahl.
Was das Sprechen wirklich fördert
- Den Alltag erzählen: "Jetzt mache ich das Fenster auf, schau mal, die Sonne." Es fühlt sich seltsam an, mit sich selbst zu reden, aber genau so kommt Wortschatz an.
- Auf die Antwort warten: Etwas fragen und dann still bis fünf zählen. Babys brauchen Zeit, um Laute zusammenzusetzen, und die meisten Erwachsenen antworten für sie.
- Erweitern statt korrigieren: Sagt er "Wawa", antworten Sie "ja, Wasser!". So geben Sie die richtige Form zurück, ohne seinen Versuch zu entwerten.
- Gesten feiern: Zeigen, Winken, Dinge herzeigen. Babys, die viel gestikulieren, sprechen meist früher.
- Weniger Bildschirm, mehr Gesicht: Sprechen lernt man, indem man Münder, Augen und Mimik beobachtet. Videos können das nicht ersetzen.
- Ständig singen: Lieder haben vorhersehbaren Rhythmus und Wiederholung, zwei Dinge, die das Babygehirn liebt. Kinderlieder lehren mehr Wörter als jede App.
- Auswahlfragen statt Ja/Nein-Fragen: "Banane oder Apfel?" lädt ihn ein, Laute zu produzieren. "Möchtest du essen?" fragt nur nach einem Nicken.
