Angst vor der Dunkelheit, vor dem Zahnarzt, vor Gewittern, vor Monstern unterm Bett: Fast jedes Kind macht so eine Phase durch. Statt es mit «da ist nichts, schlaf einfach» abzutun, bieten Bilderbücher einen sanfteren Weg, sie zeigen eine Figur, die genau diese Angst fühlt und einen Weg hindurch findet, und geben dem Kind so ein emotionales Drehbuch an die Hand.
Warum Geschichten besser wirken als Erklärungen
Kleine Kinder haben noch nicht die logische Denkfähigkeit, sich selbst davon zu überzeugen, dass «Monster nicht real sind», nur weil ein Erwachsener es sagt. Steht eine Figur in einer Geschichte aber vor derselben Angst und kommt heil heraus, nimmt das Kind das emotional auf, nicht rational, und genau so entsteht in diesem Alter echter Mut.
Das passende Buch zur jeweiligen Angst
- Angst vor der Dunkelheit: Suchen Sie Geschichten mit einem Einschlafritual, etwa einem Nachtlicht oder einem beschützenden Stofftier.
- Angst vor Zahnarzt oder Arzt: Bücher, die den Besuch Schritt für Schritt zeigen, nehmen das Überraschungsmoment weg, meist der beängstigendste Teil.
- Angst vor Gewittern: Geschichten, die Donner spielerisch und ohne Schrecken erklären, helfen Kindern zu verstehen, was sie da hören.
Wie man diese Bücher am besten vorliest
Lesen Sie sie, wenn möglich, vor, bevor die Angst einsetzt, zum Beispiel ein Buch über den Zahnarzt einige Tage vor dem Termin. Halten Sie beim Lesen inne und fragen Sie: «Fühlst du das auch?». Wenn ein Kind seine eigene Angst mit Unterstützung der Geschichte laut benennen kann, nimmt das der Angst schon viel von ihrer Schärfe.
Eine tröstliche Lektüre zum Ausprobieren
Tierfiguren eignen sich für solche Gespräche besonders gut. Die Pigúiça-Bücher rund um den mutigen kleinen Husky aus dem Zaubergarten zeigen kleine Abenteuer, in denen sie zögert, Angst hat und mit Hilfe ihrer Freunde weitermacht, ein sanftes Vorbild für Mut, ganz ohne unrealistisches Heldentum.
Wenn Angst mehr als eine Phase ist
Es ist normal, dass Ängste im Laufe der Kindheit kommen und gehen. Stört eine bestimmte Angst jedoch wochenlang den Schlaf, verursacht echtes Leid oder schränkt den Familienalltag ein, lohnt sich ein Gespräch mit dem Kinderarzt oder einer Kinderpsychologin, sie können einschätzen, ob mehr als Bücher und alltägliche Geduld helfen könnte.




